Manfred Binzer

Manfred Binzers Arbeiten erinnern an die Farbfeldmalerei und den abstrakten Expressionismus in Amerika. Wie bereits Helen Frankenthaler malt Binzer in Farbschichten, durch die er das Bild wachsen lässt.

Seine Werke wirken luftig und leicht. Die transparenten Farben werden auf die weiße Leinwand geschüttet und gespritzt, sodass auch im vollendeten Werk die Bewegung der Ölfarbe auf dem Malgrund nachvollziehbar bleibt und beinahe den Eindruck vermittelt, als würde das Fließen nicht enden wollen. Das stets sichtbare Weiß der Malfläche bleibt dabei integrale und ganz entscheidende Koordinate im Raum.

Offene und kompakte, manchmal ineinander verwobene Formen, meist jedoch einfach übereinander liegend wie transparente Papiere oder Folien, schwimmen die Farben auf einem unbestimmt bleibenden, stets weißen Bildgrund. Binzers Arbeiten sind durch eine spontane Vorstellungskraft geprägt, bei der der Zufall durchaus mit bildbestimmend wirken darf.

Jeder neue Farbauftrag verändert die darunter liegende Farbe und damit das gesamte Werk, stellt einen neuen Status quo da, auf den es dann wiederum zu reagieren gilt. Malerische Flächen und grafische Kürzel finden auf der Leinwand zueinander und führen einen Dialog. Der Blick des Betrachters geht über die Vielschichtigkeit der Farbe und der Bewegung auf der Leinwand auf Wanderschaft und verliert sich in der Tiefe der entstandenen „Farblandschaften“.

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Eine kraftvolle Malerei findet sich hier, trotz vorherrschend zarter, transparenter Farben, die mit unglaublicher Dynamik ihre Bildwelten formt. Landschaftsformen viel eher assoziativer als konkreter Art finden sich darin, Vegetabiles, organisch Gewachsenes, vor allem jedoch in Bewegung Befindliches, Aufbauendes, das stets im Fluss ist, höchstens einen eben festgehaltenen Zwischenschritt festgehalten hat, etwas, das noch im Begriff ist sich zu entwickeln, auch wenn das Bild an sich natürlich etwas Statisches, für den Betrachter sogar vielleicht Endgültiges hat.

Manfred Binzers Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen gestischer Form, freier Farbsetzung und dem Zufall. Der Künstler sucht ein ausgewogenes Gleichgewicht der Farben und Flächen die dafür sorgen, dass sie Spannung erzeugen und miteinander im Bild agieren.

Er  versteht es in eindrucksvoller Weise und individueller Ausprägung leichte transparente und gleichzeitig doch sehr dichte kraftvolle Werke zu schaffen, bei denen er durch entsprechende Schichtung regelrechte Farbräume entstehen lässt. Trotz der großen Formate, scheinen die Werke den Raum zu vergrößern. Sie lassen unseren Blick unweigerlich in die Tiefe wandern, die einzelnen Farbebenen ergründen und sich in den Farbwelten oder Farblandschaften verlieren. Zonen größerer und geringerer Dichte, übereinander liegende, lasierende Farbschichten durchdringen sich so gegenseitig in der Gestaltung des Bildraumes und bilden ein kompositionelles Geflecht, das Fläche und Raum gleichermaßen besetzt. Beherrschender Eindruck ist jedoch ein Streben nach Einfachheit und Harmonie, das durchaus voller Spannung ist, aber ganz auf die Qualitäten der Farben setzt, die miteinander im Tiefenraum des Bildes agieren

Wir haben die Dualität von Spannung und Ruhe, spontanen expressiven Kürzeln und einer beruhigten Flächigkeit. Die Werke vermitteln trotz aller Dynamik und Farbigkeit eine unglaubliche Ruhe. Sie laden uns ein, die Farben und deren Kraft auf uns Wirken zu lassen. Natürlich sucht das Auge nach uns bekannter Formen und so glauben wir beispielsweise Landschaftsformen erkennen zu können. Manfred Binzer schafft sich mit seiner Bildsprache eine eigene Wirklichkeit, die nicht abbilden will, sondern nur  ferne Assoziationen
zu der uns bekannten dinglichen Welt erlaubt.

Unser ganzes Leben befindet sich im Fluss und unterliegt einer ständigen Veränderung. Manfred Binzer thematisiert den Prozess des Lebens, das Entstehen und Vergehen, das Sichtbarwerden und wieder Verschwinden. In der Kontemplation erkennen wir in seinen kraftvollen Werken die Abläufe der Natur und unserer menschlichen Existenz.

Landschaft, weit, 144 cm x 200 cm, Öl auf Leinen

Ohne Titel, 135 cm x 200 cm, Öl auf Leinen (2015)

Ohne Titel, 160 cm x 120 cm, Öl auf Leinen (2014)

Room to move, 144 cm x 200 cm, Öl auf Leinen (2011)

Room moved, 134 cm x 200 cm, Öl auf Leinen (2013)

BLOCK, 25 cm x 10 cm x 17,5 cm, Resin (2017)

BLOCK, 25 cm x 17 cm x 14 cm, Resin (2016)

Ohne Titel, 150 cm x 250 cm, Öl auf Leinen (2018)

Weit weg, 176 cm x 136,5 cm, Öl auf Leinen (2008)

Ohne Titel, 140 cm x 200 cm, Öl auf Leinen (2019)

Raum bewegt, 160 cm x 140 cm, Öl auf Leinen (2015)

Ohne Titel, 120 cm x 100 cm, Öl auf Leinen (2016)

Ohne Titel, 120 cm x 100 cm, Öl auf Leinen (2016)

Ohne Titel, 130 cm x 200 cm, Öl auf Leinen (2015)

Ohne Titel, 200 cm x 250 cm, Öl auf Leinen (2012)

Ohne Titel, 180 cm x 150 cm, Öl auf Leinen (2019)

Ohne Titel, 200 cm x 240 cm, Öl auf Leinen (2019)

Ohne Titel, 210 cm x 240 cm, Öl auf Leinen (2019)

Ohne Titel, 140 cm x 200 cm, Öl auf Leinen (2019)

BLOCKBLUEBIG, 48 cm x 19 cm x 12 cm, Resin (2016)

BLOCKPARTY, 25 cm x 18 cm x 17,5 cm, Resin (2017)

Ohne Titel, 125 cm x 140 cm, Öl auf Leinen (2013)

Landscape moved, 140 cm x 200 cm, Öl auf Leinen (2019)

Universe stupid 80 cm x 100 cm, Öl auf Leinen (2013)

Ohne Titel, 150 cm x 70 cm, Öl auf Leinen (2019)

Ohne Titel, 130 cm x 200 cm, Öl auf Leinen (2016)

Frontier, 100 cm x 200 cm, Öl auf Leinen (2016)

Feld bewegt, 120 cm x 250 cm, Öl auf Leinen (2016)

Ohne Titel, 100 cm x 200 cm, Öl auf Leinen (2017)

Ohne Titel, 70 cm x 240 cm, Öl auf Leinen (2017)
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